Mehr Arten im Garten – Das Wildstauden-Projekt
Mit dem Projekt „Mehr Arten im Garten“ unterstützt die Kreisgruppe die regionale biologische Vielfalt, direkt vor Ort. Heimische Wildstauden sind für viele Insektenarten besonders wertvoll. Sie bieten ihnen Nahrung, Rückzugsräume und Lebensgrundlagen gleichermaßen. Gerade Wildbienen und andere Bestäuber profitieren von Pflanzen, die an die regionalen Bedingungen angepasst sind und über längere Zeiträume blühen.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die jährliche gemeinsame Anzucht heimischer Wildstauden durch unsere Projektteilnehmenden. Interessierte erhalten dafür Anzuchtsets, die den Einstieg erleichtern und alle wichtigen Grundlagen für die ersten Schritte enthalten. Die Sets bestehen aus dem Saatgut, Anzuchterde, Pflanzerde und einer Anzuchtplatte. So können die Teilnehmenden die Pflanzen zunächst selbst vorziehen, ihr Wachstum beobachten und praktische Erfahrungen mit heimischen Wildpflanzen sammeln. Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich. Wichtig sind vor allem etwas Geduld, Freude am Ausprobieren und natürlich das Interesse an naturnahem Gärtnern.
Die Tauschbörsen
Nach der Anzuchtphase sollen die jungen Pflanzen nicht nur im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon weiterwachsen. Ein weiterer, zentraler Bestandteil des Projekts sind die Tauschbörsen. Dort können Teilnehmende miteinander ins Gespräch kommen, Pflanzen tauschen, Erfahrungen weitergeben und sich über geeignete Standorte, Pflege und Gestaltungsmöglichkeiten austauschen. Auf diese Weise entsteht Schritt für Schritt ein lokales Wildstauden-Netzwerk!
Die Tauschbörsen bieten außerdem die Möglichkeit, überschüssige Pflanzen weiterzugeben und dadurch auch andere Gärten, Balkone oder öffentliche Flächen ökologisch aufzuwerten. Jede einzelne heimische Staude kann dabei einen kleinen Beitrag leisten, damit mehr Lebensräume für Insekten entstehen. Aus vielen kleinen Anzuchten können am Ende somit zahlreiche neue Blühflächen entstehen.
Mit „Mehr Arten im Garten“ lädt die Kreisgruppe alle Interessierten ein, selbst aktiv zu werden und die Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür zu stärken. Ob Garten, Balkon, Terrasse oder Gemeinschaftsfläche: Jeder Standort kann ein kleiner Lebensraum werden. Entscheidend ist, dass heimische Pflanzen wieder mehr Raum bekommen und Menschen vor Ort gemeinsam daran arbeiten, Natur im Alltag sichtbarer und wirksamer zu machen.
Das Projekt „Mehr Arten im Garten“ steht zugleich in einem größeren fachlichen Zusammenhang. Der Rückgang der Artenvielfalt zählt zu den zentralen Herausforderungen des Umwelt- und Naturschutzes. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Menschen ab, die über vertiefte Artenkenntnisse verfügen. Gerade bei Artengruppen wie Wildbienen, Goldwespen oder Schwebfliegen fehlt zunehmend Nachwuchs.
An dieser Stelle setzt das vom BUND Landesverband Niedersachsen gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern entwickelte Projekt „Kompetenznetzwerk Artenkenntnis Niedersachsen“ (KNAK) an. Ziel des fünfjährigen Projekts ist es, Menschen für Artenvielfalt zu begeistern, Wissen über relevante Artengruppen zu vermitteln und Interessierte schrittweise an fundierte Artenkenntnisse heranzuführen.
Eine praktische Ergänzung dazu bietet die App „BUND Insekten Kosmos“. Mit ihr lassen sich bis zu 2.000 Insekten inklusive Raupen und Larven bestimmen, entweder mithilfe eines manuellen Bestimmungsschlüssels oder über Fotoerkennung. Umfangreiche Artenporträts vermitteln Wissen zu Aussehen, Verbreitung und Ökologie der jeweiligen Arten.