Presseinformation
Goslar/Salzgitter, 21.09.2006 Aktionsgemeinschaft „Pro Wasserschutz Vorharz“ übergibt Unterschriften an Landrat
Sechzehn Unterstützergruppen und –verbände haben die Petition zum Schutz des Trinkwassers auf der Unterschriftenliste der „Aktionsgemeinschaft Pro Wasserschutz Vorharz“ seit Februar dieses Jahres unterstützt. Darin fordern mehr als 1 600 Bürgerinnen und Bürger aus der gesamten Region und teilweise weit darüber hinaus, den Landkreis Goslar als zuständige Behörde auf, die Ausweisung eines Wasserschutzgebietes für das Einzugsgebiet der Trinkwasserbrunnen in Alt-Wallmoden und Baddeckenstedt einzuleiten. Federführende Unterstützergruppen waren und sind die Kreisgruppen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aus Salzgitter und Goslar und des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu).
Die Initiatoren Thomas Ohlendorf (BUND) und Walter Wimmer (Nabu) übergaben mit weiteren Vorstandmitgliedern der Verbände dem scheidenden Goslarer Landrat Peter Kopischke und dem Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter, Helmut Knebel, bei einem Verhandlungstermin über das Wasserschutzgebiet im Kreishaus in Goslar die bisher vorliegenden Unterschriften. Dabei appellierten sie an beide, dass die Verpflichtung, das Trinkwasser zu schützen auch in der neuen Legislaturperiode für den neuen Kreistag und den gewählten Landrat Stephan Manke, gilt. „Die 1 600 Unterschriften sind eine Hypothek für den neuen Landrat., denn wir werden aus Salzgitter weiter für ein Wasserschutzgebiet kämpfen“, so Thomas Ohlendorf und ergänzt „nochmals achtzehn Jahre auf die Behörden warten, wie bei der ersten Unterschutzstellung, nehmen wir nicht hin“.
Nach der Grundwasserverunreinigung und dem erhöhten Aufkommen von coliformen Keimen im Trinkwasser für Salzgitter und viele angrenzenden Gemeinden in den Landkreisen Wolfenbüttel und Goslar im Oktober letzten Jahres mussten mehr als 30 000 Bürger ihr Trinkwasser vorsorglich abkochen. Aus den Trinkwasserbrunnen in Alt-Wallmoden und Baddeckenstedt werden neben der Stadt Salzgitter auch Gemeinden der Landkreise Goslar, Hildesheim, Peine und Wolfenbüttel versorgt.
Die zuständigen Behörden hatten es im Frühjahr nicht geschafft, die Herkunft der Schadstoffe eindeutig festzustellen und die Schadensquelle einzugrenzen. Die Initiatoren empfinden das als einen Skandal, denn aus beiden Quellen wird jährlich etwa neun Millionen Kubikmeter Trinkwasser für zirka 240 000 Menschen gefördert.“ Es ist damit eines der größten Wassergewinnungsgebiete in Niedersachsen und bisher ungeschützt.
Nach Auffassung der Verbände haben Politik und Behörden den notwendigen Wasserschutz für dieses Gebiet jahrelang vernachlässigt. „Ein solcher Störfall kann sich jederzeit wiederholen und unser Trinkwasser erneut verschmutzen“, begründen Ohlendorf und Wimmer die Fortführung der Unterschriftenaktion, „die Ausweisung eines Wasserschutzgebietes bedeutet einen erheblich besseren Schutz für unser Trinkwasser.“
Die Unterschriftenaktion wird weitergeführt. Die Listen sind in den Geschäftsstellen des BUND und des Nabu in Salzgitter erhältlich. Sie können auch im Internet auf den Seiten des BUND-Niedersachsen und des Nabu Niedersachsen heruntergeladen werden.
