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BUND rät zum Verzicht auf Torf und torffreie Erden

Salzgitter, 14.03.2008

 
Der Frühlingsbeginn ist die Zeit des Einpflanzens, Anziehens und Umtopfens. Damit wird das Thema Blumenerde wieder aktuell. Wohl dem, der seine Blumenerde selbst herstellen kann. Nicht jeder Gartenfreund hat allerdings genügend Zeit und Platz für die Kompostherstellung. Die meisten gehören wohl eher zu denjenigen, die im Gartencenter vor dem Überangebot verschiedenster Erden stehen und sowohl von der hochqualitativen teuren Edelerde auf der einen Seite wie vom preisgünstigen Schnäppchen auf der anderen Seite angezogen werden.
Das Thema Torf in Blumenerde wird seit vielen Jahren diskutiert und Profigärtner bestätigen auf Nachfrage die Vorzüge von Torf. Aber noch immer enthalten die meisten Blumenerden große Mengen Hochmoortorf. Beim Abbau des Torfes werden Moore unwiederbringlich zerstört und Artenvielfalt verschwindet. Jedes Jahr landen über zwei Millionen Kubikmeter davon in unseren Blumenkästen und Gärten und das von einem Rohstoff, der in einem intakten Moor pro Jahr nur um einen Millimeter wächst.

Aus deutschen Hochmooren werden pro Jahr rund zehn Millionen Kubikmeter Torf abgebaut. Von ehemals neuntausend Quadratkilometern Naturmoor sind heute nur noch gut sechshundert naturnah erhalten. Durch den massiven Abbau von Torf sind in Niedersachsen die jahrtausende alten Hochmoorlandschaften bereits um mehr als neunzig Prozent geschrumpft.

Da der Bedarf am Rohstoff Torf aber ungebremst steigt, verlagerten sich die Abbaugebiete in den vergangenen Jahrzehnten in die letzten großräumigen Moorlandschaften Osteuropas. 3,6 Millionen Kubikmeter Torf hat Estland im Jahr 2003 für den Westeuropäischen Gartenbau abgebaut.
Damit werden die Lebensräume von seltenen Pflanzen, wie zum Beispiel dem Torfmoos und Sonnentau sowie für selten gewordene Vögel, wie Moorhuhn, Brachvogel und Wachtelkönig vernichtet.  „Mit der Verwendung von Torf wird Lebensraum zerstört, um sich den privaten Garten besonders schön zu machen“ kritisieren die Umweltschützer vom BUND. "Unsere Liebe zu Blumen- und Gartenpracht hat einen zu hohen Preis, wenn dafür die letzten großen europäischen Moorlandschaften mit ihrer einzig­artigen Artenvielfalt zerstört werden," spricht sich Ingrid Ohlendorf vom BUND Salzgitter gegen die Verwendung von Torf aus. 

Weltweit haben Moore nur einen Landflächenanteil von etwa drei Prozent. Aber dabei sind Moore zusätzlich wichtige Kohlenstoffspeicher. Sie speichern mit etwa 550 Milliarden Tonnen genau so viel Kohlendioxyd (CO2) wie die gesamte Vegetation der Erde.

Diese Umweltzerstörung ist unnötig" argumentiert Ingrid Ohlendorf, "denn längst gibt es nachhaltige Alternativen aus heimischen Ressourcen, die Torf gut ersetzen können!“ Für umweltbewusste GärtnerInnen und Blumen­freundInnen sind deshalb torffreie Erden die beste Wahl. Holzfasern, Grünschnitt- oder Rindenkompost sind im Gegensatz zu Torf nachwachsende und nachhaltige Ressourcen. Der Handel hält qualitativ hochwertige Produkte für die verschiedensten Einsatzbereiche bereit. Ein genauer Blick auf die Erdenpackungen lohnt sich, denn die Zusammen­setzung muss bei allen Produkten angeführt werden. Im Gartencenter sollte deshalb immer nach torffreier Pflanz- und Blumenerde aus Grünschnittkompost gefragt werden. „Nur durch erhöhte Nachfrage nach torffreien Erden können wir langfristig die letzten Hochmoore schützen helfen und gleichzeitig einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, ergänzt Ingrid Ohlendorf ihre Aussage und weist darauf hin, dass sich aus den im Herbst im Garten anfallenden Blättern eine prima Blumenerde herstellen lässt.

Die Forderungen des BUND aus Sicht des Klima- und Umweltschutzes:  soviel Torfabbaugebiete wie möglich wieder zu vernässen und somit die Zersetzung und die Kohlendioxydentstehung aufzuhalten! Dies wäre nicht nur ein Beitrag zum Moorschutz sondern würde neuen Lebensraum für Pflanzen und Tieren schaffen.

So kann jeder zum Moor- und Klimaschutz beitragen, denn Torf gehört ins Moor.