Presseinformation

BUND stellt Projektskizze Altenhagen vor

Salzgitter, 11.11.2009

 

Im Mittelpunkt der Jahresversammlung der Kreisgruppe Salzgitter des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in der evangelischen Familenbildungsstätte stand die Projektskizze Altenhagen. Weitere Schwerpunktthemen waren Klimaschutz, Massentierhaltung und Erhalt der Biodiversität.

 

Wie der Kreisvorsitzende des BUND Salzgitter, Thomas Ohlendorf, berichtete, ist der Verband ab Dezember Besitzer eines etwa siebentausend Quadratmeter großen Grundstücks mit Gebäude in Altenhagen. „Dort wollen wir die Möglichkeit schaffen, Zusammenhänge zwischen Umwelt, Natur- und Klimaschutz darzustellen und erlebbar zu machen“, erläutert Ohlendorf und ergänzt: „der erste Entwurf der Projektskizze sieht vor, dass das etwa zweihundert Jahre alte Fachwerkhaus nach ökologischen Kriterien saniert werden soll. Klimaschutz und der Einsatz alternativer Energien bieten Chancen für eine modellhafte Altbausanierung. Umweltbildung und Aktionen zum Erhalt der Biodiversität sind mit einer Ökowerkstatt Bestandteile der Projektskizze. Im Garten, der Streuobstwiese, rund um den Teich und am Haus kann Naturschutz praktisch und aktiv erlebt werden“. Weitere Informationen über das geplante Projekt sind direkt beim BUND Salzgitter zu erhalten. Um die Projektskizze Zug um Zug umsetzen zu können, bitten die Umwelt- und Naturschützer um praktische Mithilfe und um Spenden.

 

Nach Ansicht des BUND Kreisvorsitzenden sind wenige Tage vor Beginn der Welt-Klimakonferenz in Kopenhagen endlich konkrete Aussagen über die Höhe des Engagemants der Bundesregierung und der Europäischen Union dringend erforderlich. „Aussagen und Taten der Regierenden stimmen nicht überein“ kritisiert Ohlendorf, „wenn die massiven Folgen des Klimawandels noch halbwegs beherrschbar bleiben sollen“. Es ist zu befürchten, dass durch die Finanz- und Wirtschaftskrise der Klimawandel noch weiter in den Hintergrund gerät. Dabei sind die Auswirkungen dieser Katastrophe noch viel drastischer.

 

Die von der neuen Bundesregierung vereinbarte Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke ist kein Beitrag zum Klimaschutz, wie Wissenschaftler im Auftrag des BUND mehrfach nachgewiesen haben. Laufzeitverlängerung würde Salzgitter direkt betreffen durch ein erhöhtes Aufkommen von Atommüll in Schacht Konrad. Das ist für den BUND nicht akzeptabel.

 

Der BUND appelliert an seine Mitglieder, sich stärker als bisher für Klimaschutz in Salzgitter einzusetzen. Der Verband selbst hat folgende Aktivitäten zum Klimaschutz eingeleitet und durchgeführt: Gespräche mit dem Eigenbetrieb GEL, weiter städtische Dächer für Solaranlagen zur Verfügung zu stellen; durch Information und praktische Umsetzung, torffreie Blumenerden einzusetzen und somit weniger CO2 freizusetzen, denn Hochmoorschutz ist Klimaschutz; Fortführung der Korksammlung in der Stadt; durch Mitarbeit im Energiekompetenzzentrum an der FH; durch Mitarbeit am Regionalen Energiekonzept im Zweckverband Großraum Braunschweig und durch Einbringen von Anträgen zu CO2-Bilanzen im Umweltausschuss der Stadt.

 

Erfolgreich verlief die fünfte Tomatenpflanzentauschbörse als BUND-Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Durch die Aktion konnten erneut etwa fünfundzwanzig alte Tomatensorten weitergegeben und somit erhalten werden. Es gab erneut ein Angebot für Kinder. Die erfolgreiche Aktion soll im nächsten Jahr in Altenhagen stattfinden.

 

Der BUND Salzgitter arbeitet seit einiger Zeit eng mit dem Arbeitskreis gegen Massentierhaltung in Burgdorf zusammen. Er hat seine Ablehnung gegen die beantragte Massentierhaltungsanlage am westlichen Rande der Stadt bereits mehrfach zum Ausdruck gebracht. Als Sprecher des Arbeitskreises gegen Massentierhaltung informierte Peter Butz über den aktuellen Stand des Verfahrens und die Aktivitäten der Gegner der Massentierhaltung.