Leserbrief

des BUND Salzgitter zum Leserbrief vom 14.04.2007 "An Stromleitungen gewöhnen müssen"

Salzgitter, 16.04.2007


Wenn mit Klimaschutz wirklich Ernst gemacht werden soll, dann muss endlich damit begonnen werden, Energie, besonders Strom, einzusparen. Darin liegt das größte Potenzial. Allein durch Einsparmaßnahmen und nicht durch eine ‚weiter-so-Mentalität‘ ließe sich der Bau neuer Kraftwerke vermeiden und auf neue Hochspannungsleitungen könnte verzichtet werden.
Nein, wir können und werden uns nicht an Stromleitungen in dieser Art und Dimension gewöhnen, da sie eine permanente Gefahr für die Gesundheit der Menschen darstellen und Landschaften verunstalten. Nicht die, wie Herr Münch schrieb, windhöffigen Gebiete und der dort erzeugte Windstrom sind der Grund für den Bau von neuen Stomleitungen, sondern der unverminderte Energiebedarf und der daraus resultierende, geplante Bau von fünf neuen Kohlekraftwerken in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Hamburg, Stade und Bremen mit einer Leistung von insgesamt 5,75 Megawatt. Teile dieser Leistung sind es, die neben Windstrommengen nach Süden transportiert werden sollen und für die neue Hoch- und Höchstspannungstrassen geplant sind.
Im Zuge der Diskussion um Klimaschutz soll nicht unerwähnt bleiben, dass es sich bei den geplanten Kraftwerken nicht um klimaschonende, neue Kraftwerke handelt, sondern um Kohlekraftwerke, die auch weiterhin große Mengen klimaschädliches CO2 produzieren, mit denen die von der Bundeskanzlerin gesteckten Klimaziele bis 2020 nicht erreicht werden können. Und um weiteren Diskussionen gleich vorzugreifen: Atomkraftwerke sind als Ersatz völlig inakzeptabel.

für den BUND Salzgitter
Thomas Ohlendorf
1. Vorsitzender