Leserbrief
von Thomas Ohlendorf zum Interview mit H. Rösel (BfS) zu der Sicherheit der Atomtransporte zu Schacht Konrad vom 10.04.2008, Salzgitter, 23.04.2008
Zum Artikel „Das Endlager drängt sich förmlich auf“ vom 10. April nimmt Thomas Ohlendorf vom BUND Salzgitter Stellung:
Im Umfeld von Atomkraftwerken erkranken überdurchschnittlich viele Kleinkinder an Leukämie. Ist diese Studie Deutschen Krebsregisters, die im Dezember letzten Jahres veröffentlicht wurde, schon vergessen? Auftraggeber der Studie war das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Die Studie hatte ergeben, dass im Fünf-Kilometer-Umkreis der 16 deutschen Kernkraftwerke 37 Kinder im Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2003 neu an Leukämie erkrankt sind. Im statistischen Durchschnitt wären nach Darstellung der Wissenschaftler 17 Fälle zu erwarten gewesen. Etwa 20 Neuerkrankungen seien also allein auf das Wohnen in diesem Umkreis zurückzuführen.
Und nun behauptet der stellvertretende Präsident des Bundesamtes, dass der Betrieb von Schacht Konrad und die Transporte des strahlenden Mülls dorthin ungefährlich seien. Für die Transporteure, die Anwohner und überhaupt für alle. Diese Aussagen sind zynisch, wenn man sie auf die Studie bezieht. Aber auch der Betrieb des Endlagers birgt offensichtlich keine Gefahren. Das jedenfalls wurde immer wieder behauptet. Das gleiche gilt auch für den Betrieb von Atomkraftwerken. Und trotzdem erkranken Kinder an dieser heimtückischen Krankheit.
Die radioaktiv belastete Abluft des Schacht Konrad soll über den Wetterschacht und einen Diffusor weiträumig, mit einer höheren Dosis als beim Betrieb von Atomkraftwerken, in die Umwelt verteilt werden. Mit wie vielen Neuerkrankungen an Leukämie, insbesondere bei Kindern, müssen wir in unserer Region rechnen?
