Leserbrief

Zum Artikel: "Ortsratpolitiker wollen bei Baumauswahl mitreden" nimmt Thomas Ohlendorf vom BUND Salzgitter Stellung, Salzgitter, 05.02.2009
Nie wurde deutlicher sichtbar, wie dringend die Stadt Salzgitter eine Baumschutzsatzung braucht. Innerhalb weniger Tage ist es gelungen, einige Straßenzüge im Bereich der Grundschule am Fredenberg optisch ein einen Zustand zurückzuversetzen, der während des Baues der Siedlung, Anfang der sechziger Jahre, bestand. Ein groß angelegter und unsensibler Kahlschlag hat dazu geführt, dass einige Straßenzüge nun ohne Begleitgrün dastehen. Neben dem ökologischen Schaden ist auch ein lange sichtbarer Imageschaden entstanden. Dort kann man besichtigen, wie man Grünpflege nicht durchführen soll, auch wenn nachgepflanzt wird. Es ist nicht erkennbar, dass Gründe der Verkehrssicherheit diesen Kahlschlag erforderlich gemacht hätten und die Probleme mit Wurzeln in der Kanalisation hätte man sicher auch anders in den Griff bekommen.
Wenn der Wunsch der Anwohner, sie künftig von Laub und Eicheln, den die Bäume verursachen und die Autos vor dem Eichelabwurf zu befreien, den Ausschlag gegeben hat, wäre es Aufgabe der Verwaltung gewesen, viel stärker Gründe für einen angemessenen Rückschnitt und somit für den Erhalt der Bäume ins Feld zu führen. Auch das Verstopfen von Regenwasserabflussrohren kann ohne großen Aufwand durch Anbringen eines Siebes oder Filters verhindert werden.
Die ökologische Funktion der Bäume ist für deren Erhalt offensichtlich kein Kriterium gewesen. Die Bäume haben die Anwohner und deren Häuser vor Wind und Sonne, vor Staub und Lärm geschützt, binden die erforderliche Feuchtigkeit im Boden und filtern Schadstoffe aus der Luft. Vernichtet wurden Brut- und Ansitzmöglichkeit für Vögel und Lebensraum für vielfältige Insekten und sonstige Kleinlebewesen. Der Verlust von 28 Bäumen dieser Größe führt dazu, dass jährlich etwa 48 Tonnen Sauerstoff weniger produziert werden. Über die Funktion der Bäume als CO2-Filter zum Klimaschutz ist offensichtlich überhaupt nicht gesprochen und diskutiert worden. Haben Ortsrat und der Bereich Stadtgrün diese Gründe zu Rettung der Roteichen in die Diskussion eingebracht? Wurde neben dem Ortsrat die Untere Naturschutzbehörde und die Naturschutzverbände als Vertreter der Naturschutzbelange eingeladen und gehört?
