Leserbrief

Zum Interview vom 26.03.2011 in der Braunschweiger Zeitung: „Es wird massiv Klagen gegen eine 380-Kilovolt-Freileitung geben“ nimmt Thomas Ohlendorf vom BUND Salzgitter Stellung, Salzgitter, 28.03.2011
Bürgerinitiativen und Umweltverbände sind mit ihrem Protest nicht gegen den Transport von Windstrom. Sie setzen sich ein für eine atomstromfreie, klimaverträgliche und zukunftssichere Energieversorgung. Gegen gigantische Freileitungen und für eine, dem Stand der Technik entsprechende Verlegung mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ-Technik) in der Erde. Nur so kann eine breite Akzeptanz für die Stromtrassen erfolgen.
Eine Energiewende, weg von Atomkraft und hin zu regenerativen Energien bedeutet, aber auch, dass die dezentralen Energieversorgungen ausgebaut werden müssen. Kommunen sollten wieder selbst mit ihren Stadtwerken (sofern es sie noch gibt) ihre Bürger mit sauberer Energie versorgen können. Dazu sind die Potenziale der Wind- und Wasserkraft, die Sonnenenergie sowie die Versorgung durch kommunale und umweltverträgliche Biogasanlagen auszubauen. Energiesparpotenziale sind viel besser auszuschöpfen. Dezentral erzeugte Energie vermeidet den Bau von gigantischen Überlandleitungen. Der Strom sollte möglichst dort erzeugt werden, wo er verbraucht wird. Windstrom aus der Nordsee könnte Norddeutschland über vorhandene Trassen versorgen, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet sind. Dafür wären keine neuen Leitungstrassen erforderlich. Was spricht eigentlich dagegen, dass die Süd-Bundesländer viel stärker als bisher selbst auf Wind- und Wasserkraft setzen? Potenzial dafür ist vorhanden. Eine zukunftssichere Energieversorgung kann nur dezentral organisiert sein.


